Über die Pfalz

von Karlheinz Fürst

 

Dank Helmut Kohl und dem 1. FCK ist die Pfalz heute für viele kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte. Trotzdem möchte ich hier noch ein wenig Nachhilfe in Geografie geben.

Die Pfalz ist der Südwest Zipfel der Bundesrepublik, ungefähr ein Viereck zwischen Rhein und Saarland, sowie Rheinhessen und dem Elsaß. Sie ist ca. 6000 Quadratkilometer groß, in Nord-Süd Richtung vom Hardtgebirge durchzogen, im Osten die Rheinebene mit dem Weinanbau an den Hängen der Hardt und im Westen das größte zusammenhängende Waldgebiet der BRD, der Pfälzer Wald. Die Berge sind nicht allzu hoch, im Norden der Donnersberg mit ca. 700 m und im Hardtgebirge bis ca. 600 m Höhe.

Die Vorderpfalz, wo zwischen Bockenheim im Norden und Schweigen im Süden die Deutsche Weinstraße verläuft, ist sehr fruchtbar und wird von der Sonne verwöhnt. Hier wachsen neben den Rebstöcken Mandelbäume, Feigen und Esskastanien. Dieser Landstrich wird deshalb oft die pfälzische Toskana genannt. Der Westen ist dagegen rauher und neben den ausgedehnten Wäldern mehr Kartoffelland. Dies ist der Grund, weshalb er gerne scherzhaft als Pfälzisch-Sibirien angesehen wird. So kann es passieren, dass, falls in der Vorderpfalz mal jemand über schlechtes Wetter klagt, ihm geantwortet wird, er könne doch noch froh sein, die in der Hinterpfalz hätten mal 14 Tage lang überhaupt kein Wetter gehabt.

Die Pfalz hat aber nicht nur reine Landschaft und Natur zu bieten die Kultur kommt auch nicht zu kurz. In Worms und Speyer sind große romanische Dome zu bewundern und im Pfälzer Wald gibt es rund 500 Burgruinen, unter ihnen die bekannte Barbarossaburg Trifels bei Annweiler. Und das Hambacher Schloss bei Neustadt gilt ja vielen als Wiege der deutschen Demokratie.

Wo Wein wächst gibt es auch fröhliche Feste. So gilt der Dürkheimer Wurstmarkt als das größte Weinfest der Welt. Und wo gefeiert wird, isst man auch gut und gerne. Die Pfälzer Küche ist zwar oft etwas deftig, aber der Pfälzer liebt zu seinem Wein nun mal eine herzhafte 'Unterlage'. So ist der Saumagen nicht nur das Leibgericht unseres ehemaligen Bundeskanzlers, sondern von fast allen Pfälzern. Eine weitere kulinarische Spezialität der Pfalz sind die Hawwedampnudele mit Grumbeeresupp, also Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe.

So braucht sich niemand zu wundern, dass die Pfälzer überzeugt sind, ihr Land sei einmal das Paradies gewesen. Sie sehen sich auch heute noch als Mittelpunkt der Welt, soll doch nach einem Mundartgedicht von Paul Münch die Weltachse mitten durch die Pfalz gehen und der Pfälzer müsse diese Achse nur ordentlich schmieren, dann würde auf der Welt auch nichts passieren.

------> Wandern in der Pfalz